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Vorschau: Wales-Rallye Großbritannien, 12. Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2016

Vorschau: Wales-Rallye Großbritannien, 12. Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2016

Nach 300. Rallye-WM-Laufsieg: Michelin peilt den 50. WRC-Titel an

Michelin blickt bei der diesjährigen Wales-Rallye Großbritannien einem weiteren Meilenstein seines über 40-jährigen Engagements in der Rallye-Weltmeisterschaft entgegen: Am kommenden Wochenende liegt der 50. Rallye-WM-Titel für den berühmten Bibendum zum Greifen nah. Erst vor gut zehn Tagen haben die Polo R WRC-Werkspiloten Sébastien Ogier/Julien Ingrassia in Spanien den 300. WM-Laufsieg für die französische Reifenmarke in dieser herausfordernden Motorsportkategorie eingefahren. Bis es rund um das 50.000-Einwohner-Städtchen Deeside allerdings so weit ist, stehen in den einsamen Wäldern von Wales noch 22 anspruchsvolle Schotterprüfungen über eine Gesamtlänge von 330,21 Kilometer auf dem Programm.

Nebel. Regen. Rauer Schotter. Schnelle Kurven, enge Abzweige und lange Kehren: Die Wales-Rallye Großbritannien, von traditionsbewussten Fans dieses Sports noch immer „RAC“ genannt, gilt als die Schotterveranstaltung im WM-Kalender schlechthin. Bis 1990 wurden die heimtückischen Wertungsprüfungen (WP) „blind“ gefahren: Ein vorheriges Abfahren der Strecken zum Erstellen eines Aufschriebs war verboten – was seinerzeit den Marktwert einheimischer Beifahrer, die ihr „Gebetbuch“ über Jahre bei nationalen Rallyes verfeinert hatten, enorm beflügelte…

Einst erstreckte sich die Rallye bis hoch nach Schottland, mehr als 60 verschiedene WP (!) waren keine Seltenheit. Heute hat sich der britische WM-Lauf dem vorgegebenen Schema der Motorsporthoheit FIA (Fédération Internationale d’Automobile) angepasst. Das sieht auf den ersten beiden Etappen am Freitag und Samstag je eine Vor- und Nachmittagsschleife über mehr oder weniger die selben WP vor. Am Freitag kommen in diesem Jahr die gleichen Prüfungen zum Einsatz wie 2015, allerdings werden sie in entgegengesetzter Richtung gefahren: „Myherin“, „Sweet Lamb“, „Hafren“ und „Dyfnant“ gehören zu den Klassikern dieser Rallye, die 2016 ausnahmsweise nicht als Finale fungiert. Das findet drei Wochen später in Australien statt. Nach fast 90 WP-Kilometern dürfen gegen Mittag in einer „Tyre Fitting Zone“ in Newtown neue Pneus für den zweiten Durchgang aufgezogen werden – viel mehr Arbeit an den Wettbewerbsgeräten ist nicht erlaubt.


Zweite und dritte Etappe müssen mit je einem Satz Reifen bewältigt werden
Auch am Samstag stehen acht Prüfungen auf dem Programm. Die 9,64 Kilometer lange „Pantperthog“ kehrt zum ersten Mal seit 20 Jahren in den Rallye-Ablauf zurück, und für die Zuschauerprüfung vor dem Cholmondeley Castle wagen sich die Teilnehmer am Abend sogar über die Landesgrenze nach England.

Der Sonntagvormittag umfasst zweimal drei Prüfungen, darunter auch „Clocaenog“. Die 7,93 Kilometer lange „Brenig 2“ dient als sogenannte Power Stage: Hier werden die drei Schnellsten mit bis zu drei WM-Zusatzpunkten belohnt. Über die Zielrampe geht es nach über 330 WM-Kilometern dann in Llandudno. Besonderheit der zweiten und dritten Etappe: Hier dürfen nach halber WP-Distanz nicht einmal die Reifen gewechselt werden – ausgenommen natürlich jener zwei Ersatzpneus, die im Auto mitgereist sind.   


Harte Bedingungen auf walisischen Schotterpisten
Die groben Waldwege der Rallye Großbritannien gehören so ziemlich zum Letzten, was sich ein normaler Autoreifen freiwillig aussuchen würde: Spitze Steine ragen aus dem Untergrund, Spurrillen setzen den Flanken zu und die schlammig-feuchte Oberfläche sorgt für rutschige Bedingungen. Für Michelin als Ausrüster aller Werksteams in der Topkategorie WRC (World Rally Cars) kommen diese Bedingungen gerade gelegen – sie bieten ideale Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit und Robustheit der eigenen 15-Zoll-Schotterspezialisten unter Beweis zu stellen.

Insgesamt bringt die französische Premiummarke 1.370 Decken nach Wales. 580 Exemplare des LTX Force sind für die über 300 PS starken, allradgetriebenen World Rally Cars bestimmt, 560 Einheiten des Latitude Cross für die Partner in der WRC 2-Kategorie. In beiden Fällen unterteilt sich das Angebot in eine weichere „S“- und eine härtere „H“-Mischung, das laufrichtungsgebundene Profil bleibt jeweils identisch. Die softeren Typen eignen sich speziell für regennasse Pisten und Außentemperaturen unterhalb von 15 Grad Celsius, die „H“-Pneus sind bei wärmerer Witterung und trockenen Wegen prädestiniert. Nur: Wann welche Reifen und in welcher Kombination zum Einsatz kommen, gehört am kommenden Wochenende wieder zu den wichtigsten Strategie-Entscheidungen der Teams.   


Jacques Morelli: „Reifenwahl in Wales besonders schwierig“
„In Wales spielt die Reifentaktik eine grundlegende Rolle“, betont Jacques Morelli, der Leiter des Rallye-WM-Engagements von Michelin. „Im Verlauf des Tages können sich die Oberflächen der Prüfungen stark verändern. Sie werden tiefer, rutschiger und immer aggressiver zu den Pneus. Am Samstag müssen sich die Crews bereits um sechs Uhr morgens auf jene Reifen festlegen, die fast zehn Stunden später immer noch die richtige Wahl sein sollen – eine schwierige Aufgabe. Die hohe Vielseitigkeit unserer Schotterspezialisten und ihre große Robustheit leisten dabei wichtige Hilfestellung. Bei ihrer Entwicklung haben wir berücksichtigt, dass die ,S‘-Typen zum Beispiel auch in Argentinien, Polen und Finnland zum Einsatz kamen. Die ,H‘-Mischung zählte in Mexiko, Portugal, Italien und Spanien zum Kontingent.“

Für jedes World Rally Car dürfen beim vorletzten Saisonlauf 20 (WRC 2: 22) Reifen eingesetzt werden. Hierfür stehen pro Auto 16 „H“-Exemplare und 20 „S“-Pneus (WRC 2: 22) zur Verfügung.   


Volkswagen Motorsport und Michelin können Konstrukteurstitel klarmachen
In der Fahrerwertung haben Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia die Titelverteidigung bereits in Spanien mit dem 300. Rallye-WM-Laufsieg für Michelin vorzeitig in sichere Tücher gebracht. In Wales kann ihr Arbeitgeber Volkswagen Motorsport gemeinsam mit dem französischen Reifenspezialisten diesen Erfolg auch in der Markenwertung wiederholen – für die Niedersachsen wäre es die vierte Weltmeisterschaft in Folge. Michelin dürfte im gegebenen Fall sogar auf den 50. WM-Titel in der Königsklasse des Rallye-Sports zurückblicken. Nach 24 Fahrerkronen wäre es die 26. in der Herstellerwertung. Die erste errang die Premiummarke gemeinsam mit Alpine-Renault bereits 1973, dem Geburtsjahr der Rallye-WM.   


Hyundai, Citroën und M-Sport Ford wollen auf Reifen von Michelin Paroli bieten
Während Volkswagen neben Sébastien Ogier auf den Finnen Jari-Matti Latvala im zweiten Polo R WRC sowie den Norweger Andreas Mikkelsen im Turbo-Allradler des Subteams setzt, will Hyundai Motorsportden Durchmarsch der Hannoveraner noch verhindern. Dafür schickt die in Alzenau bei Frankfurt beheimatete Werksabordnung des südkoreanischen Autoherstellers den Belgier Thierry Neuville und den spanischen Allrounder Dani Sordo am Steuer zweier i20 WRC ins Rennen. Für Hyundai Motorsport N greift zudem der schnelle Neuseeländer Hayden Paddon ins Lenkrad.

M-Sport ist vor eigenem Publikum mit zwei Fiesta RS WRC für den Norweger Mads Östberg und seinen jungen französischen Teamkollegen Eric Camilli vertreten, während Citroën mit den Werksfahrern Kris Meeke und Craig Breen in den DS3 WRC von Abu Dhabi Total WRT die offizielle Rückkehr in die Rallye-WM vorbereitet.

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