Deutschland

News Center

Vorschau: WM-Rallye Italien

Vorschau: WM-Rallye Italien

Harter Ritt über raue Pisten: Michelin blickt zuversichtlich auf Rallye Italien

Zum Bergfest ein echter Knochenbrecher: Die diesjährige Rallye-Weltmeisterschaft feiert Halbzeit mit dem materialfordendsten Lauf der gesamten Saison. Auf den rauen Schotterpfaden der Rallye Italien müssen nicht nur Teams, Fahrer und Autos zeigen, was sie bei zuweilen glühenden Temperaturen aushalten, sondern auch die Reifen ihrer Turbo-Allradler. Mit 19 Wertungsprüfungen (WP) über insgesamt 321,46 Kilometer gilt der WM-Lauf auf der Mittelmeerinsel Sardinien als besonders herausfordernd. Michelin stellt für die World Rally Cars der Werksteams von Citroën, Ford, Hyundai und Toyota die härtere H4- und die weichere S5-Mischung des bewährten Schotterspezialisten LTX Force bereit.

„Seitdem die Akropolis-Rallye Griechenland nicht mehr zum WM-Kalender zählt, ist die Rallye Italien die einzige, die auf wirklich harten Schotterpisten ausgetragen wird“, erläutert Jacques Morelli, Leiter des Rallye-WM-Programms von Michelin. „Die Wertungsprüfung ,Tergu – Osilo‘ zum Beispiel ist zwar nur 14,14 Kilometer lang, zeichnet sich aber durch den höchsten Reifenabrieb im gesamten WM-Kalender aus – und gehört zu einer Gruppe von vier WP, die gemeinsam 64 Kilometer umfassen. Besonders am Samstag stehen weitere materialzehrende Prüfungen auf dem Programm, die aber für die Autos schlimmer sind als für die Pneus. Die Sardinien-Rallye wartet oftmals mit Überraschungen auf. 2012 etwa hat Sébastien Ogier auf der ,Tergu – Osilo‘ mit einem Skoda Fabia aus der WRC2-Kategorie und auf Reifen von Michelin die absolute Bestzeit gesetzt. Dieses Kunststück, ist ihm gerade deswegen gelungen, weil sein Auto nicht so kraftvoll war wie die World Rally Cars der Konkurrenz und deswegen die Reifen nicht überbeansprucht hat. Die Rallye Italien ist für die Crews und ihre Fahrzeuge sicher der härteste WM-Lauf des Jahres. Zuletzt von uns durchgeführte Testfahrten haben jedoch gezeigt, dass unser MICHELIN LTX Force der Herausforderung gewachsen sein sollte.“


Was Michelin in der Rallye-WM lernt, kommt den Kunden zugute
Erst der Blick in den WM-Kalender zeigt, wie vielseitig der Schotterspezialist des französischen Reifenherstellers sein muss – auf ihn wartet ein immenses Aufgabenspektrum. Es reicht von kühlen Herbsttemperaturen in den walisischen Wäldern bis zur gleißenden Hitze Sardinien, umfasst die verschiedensten Fahrbahnqualitäten von weichem Sand bis groben Steinpisten sowie über ebene und zerfurchte Oberflächen bis hin zu tiefem Matsch, wenn es in Argentinien, Portugal oder Großbritannien mal wieder wie aus Eimern regnet. Hier wie dort jedoch gilt: Selbst auf langen Teiletappen mit bis zu 80 Prüfungskilometern pro Reifensatz stellt der robuste MICHELIN LTX Force seine ausdauernde Performance unter Beweis und die Sicherheit der Crews in den Vordergrund. Dabei lernen die Ingenieure und Spezialisten von Michelin bei jeder WM-Rallye dazu. So entsteht ein Wissensschatz, der sich im nächsten Schritt auf die Entwicklung von Serienreifen positiv auswirkt – und damit auch den Kunden der Premiumarke zugute kommt.   


Reifenstrategie besitzt auf Sardinien entscheidende Bedeutung
Wie vorgeschrieben bietet Michelin seinen Partnerteams aus der Topkategorie WRC (World Rally Cars) den LTX Force auf Sardinien in zwei Varianten an. Der H4 besitzt eine etwas härtere Laufflächenmischung und ist vermutlich die bevorzugte Wahl – von diesem Reifen gesteht das Reglement jedem Auto 28 Exemplare zu. Der weichere S5 kommt als „Joker“ zum Einsatz, hier liegen 16 Decken bereit. Dementsprechend stellt Michelin für die Turbo-Allradler der WRC2-Klasse den Latitude Cross als H90 und S80 zur Verfügung. Michelin transportiert 670 WRC-Pneus und 650 WRC2-Reifen nach Italien und ist mit 16 Mitarbeitern vor Ort.

Inklusive der „Shakedown“ genannten Testmöglichkeit vor Beginn der Veranstaltung dürfen aus dem 44 Stück umfassenden Kontingent nur 28 Pneus verwendet werden. „Der Reifenwahl könnte bei der Rallye Italien eine entscheidende Bedeutung zukommen“, prophezeit Morelli. „Dabei geht es auch um die Frage, wie viele und welche Reserveräder ich mitführe. Dies richtig zu entscheiden, ist angesichts der zu erwartenden Hitze und den verschleißintensiven Prüfungen eine höchst komplexe Aufgabe.“   


Gnadenlose Pisten im Hinterland des Urlauberparadieses
Die engen und verwinkelten Wertungsprüfungen der selektiven Sardinien-Rallye zeichnen sich durch einen harten Untergrund aus. Er wird zunächst von einer feinen Sandschicht überzogen, der die ersten Starter benachteiligt. Speziell bei den jeweils zweiten Durchgängen stellen freigelegte Steine eine Gefahr für die Reifen dar.
Seit 2004 findet der italienische WM-Lauf auf Sardinien statt und löste damit die Rallye San Remo ab. 2010 zählte die frühere EM-Rallye Costa Smeralda allerdings nur zur Intercontinental Rally Challenge. Michelin rüstete in dieser Zeit sieben Mal den Gesamtsieger mit Reifen aus, war aber von 2006 bis 2010 in der Rallye-Weltmeisterschaft nicht vertreten. Seit 2014 dient das Küstenstädtchen Alghero als Rallye-Zentrum.

96,34 WP-Kilometer der diesjährigen Ausgabe sind neu oder wurden massiv verändert. So kehrten die Klassiker „Terranova“ (WP 2, 14,54 km) und „Monte Olia“ (WP 3, 19,05 km) in den Zeitplan zurück. Los geht es bereits am Donnerstagabend mit der 2,0 Kilometer langen Zuschauerprüfung „Ittiri“. Am Freitag stehen acht weitere WP über insgesamt 125,46 Kilometer auf dem Programm, der Samstag zeichnet sich durch sechs weitere über 143,16 Kilometer aus. Der Sonntag beschließt den siebten WM-Lauf des Jahres mit vier Prüfungen, wobei die 6,96 Kilometer lange WP 19 „Sassari – Argentiera 2“ als sogenannte „Power Stage“ dient. Hier können sich die fünf Schnellsten bis zu fünf WM-Punkte zusätzlich verdienen.   



Andreas Mikkelsen gibt Debüt bei Citroën, Esapekka Lappi im World Rally Car
Mit Spannung wird auf Sardinien der Start von Andreas Mikkelsen im Citroën C3 WRC erwartet. Der ehemalige Volkswagen-Werksfahrer aus Norwegen ersetzt in Italien den Franzosen Stéphane Lefebvre, nachdem er bei seinen WRC2-Einsätzen am Steuer eines Skoda Fabia R5 mit bärenstarken Vorstellungen für immenses Aufsehen gesorgt hatte. Die beiden anderen C3 werden wie gehabt vom Nordiren Kris Meeke und dem Iren Craig Breen pilotiert.

Auf einem Hoch reist M-Sport auf die Mittelmeerinsel: Das Team von Malcolm Wilson führt zur Halbzeit der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft sowohl die Fahrer- als auch die Herstellerwertung an. Dies verdanken die Briten nicht zuletzt ihrem Topfahrer Sébastien Ogier. Der Vierfach-Weltmeister aus Frankreich hat nach dem Gewinn der Rallye Monte Carlo zuletzt auch die Schotter-Rallye in Portugal mit dem Ford Fiesta WRC für sich entschieden. Reif für ihren ersten Sieg auf WM-Ebene sind aber auch der Este Ott Tänak und Elfyn Evans aus Wales.

Als Ford-Verfolger Nummer 1 hat sich Hyundai Motorsport fest etabliert. Das in Alzenau bei Frankfurt beheimatete Werksteam der koreanischen Marke setzt für die Rallye Italien auf bewährtes Personal: Der Belgier Thierry Neuville will den Rückstand auf Titelverteidiger Ogier reduzieren, mit den übrigen zwei i30 WRC rollen der Spanier Dani Sordo und der Neuseeländer Hayden Paddon über die Startrampe. Paddon vertraut dabei den Ansagen seines neuen Copiloten Seb Marshall.

Als Überraschung der Saison will das neu gegründete Werksteam von Toyota auch auf Sardinien wieder Glanzpunkte setzen, allen voran Finnlands aktueller Topfahrer Jari-Matti Latvala. Ihm zur Seite stehen mit zwei weiteren Yaris WRC seine Landsleute Juho Hänninen und Esapekka Lappi. Als amtierender WRC2-Weltmeister feiert Lappi sein Wettbewerbsdebüt am Steuer eines World Rally Cars.

Kontakt

News Center +49 (0)721/530-0

webmaster@michelin-online.de