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Dutzend voll: Michelin erringt in Le Mans den zwölften Sieg in Folge
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Dutzend voll: Michelin erringt in Le Mans den zwölften Sieg in Folge Karlsruhe (15.6.2009) – Revanche geglückt: Peugeot hat beim dritten Auftritt des dieselgetriebenen 908 HDI FAP bei den „24 Stunden von Le Mans“ die Dominanz von Audi gebrochen und einen souveränen Doppelsieg errungen. Nach 382 Runden auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs erreichten Alexander Wurz, Marc Gené und David Brabham das Ziel vor dem Schwesterauto mit Sébastien Bourdais, Franck Montagny und Stéphane Sarrazin. Für Peugeot ist es nach 1992 und 1993 der dritte Gesamtsieg bei diesem weltberühmten Langstreckenrennen, während sich Reifenpartner Michelin – ungeschlagen seit 1998 – über den zwölften Erfolg in Folge freut. Insgesamt ist es das 18. Mal, dass der Reifenspezialist auf dem „Circuit des 24 heures“ auf dem obersten Podest steht. Wie im Vorjahr setzten auch in den übrigen drei Kategorien LM-P2, LM-GT1 und LM-GT2 die Sieger jeweils auf Rennreifen aus Clermont-Ferrand.
Nach dem knappen Erfolg 2008 stand vor der diesjährigen Ausgabe der „24 Stunden von Le Mans“ fest: So einfach würde sich Peugeot den Titelverteidigern aus Ingolstadt nicht noch einmal geschlagen geben – auch wenn Diesel-Pionier Audi mit dem offenen R15 TDI einen gänzlich neu entwickelten Prototypen nach Frankreich schickte. Bereits das zweigeteilte Qualifying am Donnerstagabend deutete an, dass das „Duell der Giganten“ eine spannende Neuauflage erleben würde – auch wenn alle Teams die beiden zweistündigen Sessions nach den verregneten Trainingssitzungen am Mittwoch und dem Verzicht auf die Vortests vor allem dazu nutzten, die Abstimmung ihrer Boliden zu verfeinern.
Die verregneten Trainingssitzungen stellten Michelin vor Herausforderung Dies stellte auch die Reifen-Techniker und -Ingenieure von Michelin vor eine schwere Herausforderung. „Die Niederschläge haben unsere Arbeit nicht erleichtert, auch wenn wir der Leistungsfähigkeit unserer Pneus natürlich grundsätzlich vertrauen“, kommentierte Matthieu Bonardel, bei Michelin verantwortlich für den Automobil-Rennsport. „Dennoch war es von enormer Bedeutung, gemeinsam mit unseren Partnerteams die Performance der Slicks genau zu analysieren. Jeder weiß um die nochmals wichtigere Rolle, die in diesem Jahr den Pneus zukommt – sie müssen möglichst lange halten, ohne an Performance zu verlieren. Jeder Reifenwechsel an der Box kostet wertvolle Zeit.“
Mit dem Erreichten zeigte sich Bonardel zufrieden: „Wir konnten für jede einzelne der drei Slick-Mischungen die äußeren Bedingungen exakt definieren, unter denen sie optimal funktionieren.“ Entsprechend erfreulich denn auch das Ergebnis: In allen vier Kategorien, die in Le Mans zugelassen sind, errang ein Partnerteam von Michelin die Pole Position. In der großen Klasse LM-P1 gelang dies dem Franzosen Stéphane Sarrazin: Das 33-jährige Allround-Talent – unter anderem auch bekannt geworden als Formel 1-Starter für Minardi (1999), Subaru-Werksfahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft (2005 und 2006) sowie Champion in der Le-Mans-Serie 2007 mit Peugeot – stellte wie in beiden Vorjahren auch seinen 908 HDI FAP mit der Startnummer 8 auf den ersten Startplatz. Gleich daneben als Zweitschnellster: der Audi R15 TDI der Vorjahressieger Tom Kristensen, Rinaldo Capello und Allan McNish.
Kurioser Zwischenfall in der Boxengasse wirft die Favoriten zurück Den fliegenden Start entschied Franck Montagny vor McNish für sich. Schon nach wenigen Minuten schlüpften auch die übrigen beiden Peugeot am Zehnzylinder-Diesel des kleinen Schotten vorbei und setzten sich langsam, aber stetig ab. Sehr lange sollte die Freude über die Dreifach-Führung jedoch nicht währen: Alexandre Premat beschädigte den R15 TDI mit der Startnummer 3 bei einem Abflug eingangs der „Indianapolis“-Passage und löste damit eine Safety-Car-Phase aus, die zu einem kuriosen Zwischenfall in der Boxengasse – beim Anfahren nach einem Tankstopp kollidierte der Nummer-7-Peugeot von Pedro Lamy mit dem privaten 908 HDI FAP des Teams Pescarolo. Die Folge: ein Reifenschaden hinten rechts am Werksauto, das eine volle Runde bis zurück an die Box humpeln musste. Ihre Hoffnungen auf den Gesamtsieg konnte diese Besatzung damit früh begraben.
Zwei kurze Reparaturstopps brachten die Vorentscheidungen In der weiteren Folge blieb das Bild an der Spitze für lange Zeit praktisch unverändert: Montagny / Bourdais / Sarrazin führten vor ihren Markenkollegen Wurz / Bourdais / Brabham und den beiden Audi von Kristensen / McNish / Capello sowie Marco Werner / Lucas Luhr / Mike Rockenfeller. Erst ein unplanmäßiger Reparaturstopp, der die Nummer 8 nach gut einem Viertel der Renndistanz gut zehn Minuten kostete, spülte den bis dahin zweitplatzierten Peugeot mit der Nummer 7 an die Spitze – eine Vorentscheidung, wie sich zeigen sollte.
Denn das Auto von Alexander Wurz, Sébastien Bourdais und David Brabham funktionierte auch in der Folge wie das sprichwörtliche Uhrwerk und kontrollierte die Führung auch während der Nacht. Außer Routine-Stopps gab es für die Mechaniker kaum etwas zu tun. Währenddessen entbrannte dahinter ein vehementes Duell um die zweite Position, an dem der Audi mit der Nummer 2 schon bald nicht mehr beteiligt war: Lucas Luhr verlor seinen TDI gegen 21.30 Uhr in den berüchtigt-schnellen Porsche-Kurven aus der Kontrolle und rutschte rückwärts in die Reifenstapel – das Aus für dieses Auto.
Damit oblag es den routinierten Titelverteidigern, die Ehre von Audi zu retten – und dies gelang ihnen bis zur Halbzeit des Langstrecken-Klassikers bravourös. Erst das Reinigen der Kühler nach einem Vierfach-Stint, den McNish mit einem Reifensatz über die Runden brachte, lieferte den zweiten Rang an die Verfolger im Nummer-8-Peugeot aus. Damit war auch diese Position vergeben und der Doppelsieg für das französische Werksteam perfekt.
Die Langlebigkeit der Pneus von Michelin erlaubte sogar Vierfach-Turns Dabei profitierten Audi und Peugeot sowie viele andere Teams von der Leistungsfähigkeit ihrer Michelin Slicks. Trotz hochsommerlicher Temperaturen mit nachmittäglichen Spitzenwerten von über 30 Grad Celsius erlaubten sie schon früh Doppel- oder sogar Dreifach-Stints, um so die Verbrauchsvorteile ihrer Dieselmotoren optimal auszunutzen. „Beide Teams sind nach wie vor sehr glücklich mit der Performance unserer Slicks“, bestätigte Matthieu Bonardel in den Abendstunden. „Die Reifen funktionieren so gut, dass unsere Partner bereits nach vier Rennstunden mit unseren Pneus mehr Dreifach-Turns absolviert haben als während der gesamten Vorjahresausgabe …“
Damit nicht genug: In der Nacht muteten die Top-Teams ihren Rennreifen von Michelin sogar vier Tank-Turns zu. Dies entspricht in Le Mans einer Distanz von etwa 700 Kilometern – also mehr als das Doppelte einer Formel 1-Grand Prix-Rennlänge. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 210 km/h auch für die Fahrer eine unglaubliche Tortur über mehr als drei Stunden.
Kein Salz in der Suppe: Partner von Michelin gewinnen alle vier Klassen Nicht nur die drei Topplatzierten setzten auf die Erfahrung und Kompetenz, die Michelin für Werks- und Privatteams zur bevorzugten Wahl in Le Mans macht. Insgesamt rollten die ersten 18 Autos im Ziel allesamt auf den Reifen von Matthieu Bonardel und seiner mehr als 80-köpfigen Mannschaft. Neben der Kategorie LM-P1 gewann Michelin auch die LM-P2 (Porsche RS Spyder des Team Essex mit Emmanuel Collard, Casper Elgaard und Kristian Poulsen), die LM-GT1 (Corvette C6.R von Corvette Racing mit Jan Magnussen, Johnny O’Connell und Antonio Garcia) sowie die LM-GT2, in der das US-amerikanische Team Risi Competizione mit einem Ferrari 430 GT für Eric van de Poele, Nic Jonsson und Tracy Krohn dominierten.
Ergebnis „24 Stunden von Le Mans“ 2009 (Circuit des 24 heures), Streckenlänge: 13,650 km; 13./14. Juni 2009. Start: Samstag, 15.00 Uhr. Ziel: Sonntag, 15.00 Uhr.
| 1. | Brabham / Gené / Wurz
| Peugeot 908 HDI | 382 Runden | | 2. | Bourdais / Montagny / Sarrazin
| Peugeot 908 HDI | 381 Runden | | 3. | Capello / McNish / Kristensen
| Audi R15 TDI | 376 Runden | | 4. | Charouz / Enge / Mücke
| Lola-Aston Martin | 373 Runden | | 5. | Panis / Lapierre / Ayari
| Oreca-AIM | 370 Runden | | 6. | Minassian / Lamy / Klien
| Peugeot 908 HDI | 369 Runden | | 7. | Zwolsman / Lotterer
| Audi R10 TDI | 369 Runden | | 8. | Tinseau / Jouanny / Barbosa
| Pescarolo-Judd | 368 Runden | | 9. | Albers / Bakkerud / Mondini
| Audi R10 TDI | 360 Runden | | 10. | Elgaard / Poulsen / Collard1
| Porsche RS Spyder | 357 Runden | | 15. | O’Connell / Magnussen / Garcia2
| Corvette C6.R | 342 Runden | | 17. | Salo / Melo / Kaffer3
| Ferrari F430 GT | 329 Runden | kursiv: Michelin-Partner 1 = 1. LM P2 2 = 1. LM GT1 3 = 1. LM GT2
15.06.2009
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