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Ein komplexes Produkt !
Ein Reifen setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Bauteile zusammen, deren Eigenschaften höchste Präzision in der Verarbeitung erfordern.
Er setzt sich aus folgenden Halbfertig-Produkten zusammen :
1) Eine Schicht aus synthetischem Kautschuk mit hoher Luftdichtigkeit. Diese Schicht befindet sich im Reifeninneren und übernimmt die dichtende Funktion eines Schlauchs.
2) Die Textil-Karkasse. Dieser Reifenunterbau setzt sich zusammen aus Textilfasern, die zu einem Cord gezwirnt und zu einem Gewebe verarbeitet werden, und alle Fäden exakt in eine Richtung verlaufen. Dieses längsorientierte Cordgewebe wird dann beidseitig dünn mit Kautschuk beschichtet. Dieses gibt dem Reifen die entscheidende Struktur und Festigkeit. In der Karkasse eines Reifens verlaufen ca. 1400 Fäden, von denen jeder einzelne einer Kraft von 15 kg übertragen kann.
3) Der Wulstkern Er überträgt Antriebs- und Bremsmomente von der Felge bis in die Reifenkontaktfläche.
4) Der Wulst sorgt für festen Sitz des Reifens auf der Felge. Der Wulstkern aus Stahl kann bis zu 1800 kg übertragen ohne zu reißen.
5) Die Seitenwände (Flanken) aus geschmeidigem Gummi schützen den Reifen vor äußeren Einwirkungen, die die Karkasse beschädigen könnten, z.B. Bordsteinrempler. Ein eingelegter harter Gummistreifen sichert die Verbindung Reifen/Felge.
6) Der Gürtel-Verband. Der Gürtel über der Karkasse besteht meist aus mehreren Lagen von verdrillten dünnen Stahldrähten höchster Festigkeit. Die Stahlfäden liegen meist nicht exakt in Lauf- oder Umfangsrichtung, sondern in einem spitzen Winkel dazu. Sie verhelfen dem Reifen neben der Karkasse zu dessen Steifigkeit und den erwünschten Fahreigenschaften. Hohe Festigkeit des Gürtels ist ein wichtiges Kriterium, um angesichts der hohen Kräfte schnellen Verschleiß auszuschließen: - In Umfangsrichtung muss der Gürtel steif genug sein, um sich unter Einwirkung der Fliehkraft nicht nach außen zu wölben und somit eine konstante Aufstandsfläche zu garantieren. - In Querrichtung muss er steif sein, um Seitenkräfte zu übertragen. Gleichzeitig muss er in senkrechter Richtung nachgiebig sein, um den gewünschten Komfort zu gewährleisten. Ein hoher Stand der Fertigungstechnik garantiert die erforderliche Produktqualität.
7) Die Lauffläche deckt schließlich den Gürtelverband ab. Nach der Vulkanisation zeigt sie das charakteristische Profil und stellt den Kontakt zur Straße her. Innerhalb der Kontaktfläche überträgt der Laufstreifen alle auftretenden Kräfte. Seine Gummimischung soll auf den unterschiedlichsten Untergründen bestmögliche Haftung garantieren, möglichst langsam verschleißen und sich dabei nur wenig erwärmen.
8) Stahlgürtel Bei MICHELIN Radialreifen ein Lagenverbund, der im Laufflächenbereich der Karkasse aufliegt und der Aufstandsfläche ihre Steifigkeit verleiht.
9) Abdecklage
Zum Schluss folgt die Vulkanisation, bei der die Form des Profils entsteht und alle Bauteile durch chemisch-physikalische Prozesse fest miteinander verbunden werden. Der Reifen als Gesamtprodukt ist entstanden.
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